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Drei Fragen an...

Daniel Probst - Direktor Solothurner Handelskammer
18.10.2018

Daniel Probst - Direktor Solothurner Handelskammer

Herr Probst, wie geht es dem Kanton Solothurn wirtschaftlich?

Der Kanton Solothurn weist seit 1995 ein schwächeres Wirtschaftswachstum als der gesamtschweizerische Durchschnitt auf. Zudem sind die Warenexporte und die Zahl der Beschäftigten in den vergangenen 20 Jahre weniger stark gewachsen als der Durchschnitt. Dennoch kann Solothurn auch einige erfreuliche Werte aufweisen: In der Präzisionsindustrie sind wir hinsichtlich der Exporte durchschnittlich doppelt so stark wie die übrigen Kantone. Zudem exportieren wir auch überdurchschnittlich viele Güter aus der Maschinen- und Metallindustrie.

 

Wie wichtig ist die Life Sciences Industrie für den Kanton Solothurn?

Im Bereich Pharma hat der Standort Solothurn noch viel Luft nach oben. Zurzeit trägt der Standort nicht stark zu den gesamten Pharmaexporten bei, aber gerade mit Blick zum Neubau von Biogen kann sich dies zukünftig ändern. Eine Stärkung der Pharmaindustrie in der Region ist wichtig, da die Pharmabranche mehr als 4 Mal produktiver als die Gesamtwirtschaft ist und stark zum Schweizerischen Wirtschaftswachstum beiträgt. Davon kann auch der Standort Solothurn profitieren. Das Pharmacluster «Espace Mittelland – Bassin Lémanique» zählt heute schon 7'600 Mitarbeitende und erwirtschaftet eine Bruttowertschöpfung von beinahe 4 Milliarden Schweizer Franken.

 

Sie haben vorhin den Neubau der Produktionsstätte von Biogen erwähnt. Wie beeinflusst die Ansiedelung eines internationalen Unternehmens die regionale Wirtschaft?

Die Investition von Biogen hat eine starke Strahlkaft auf den gesamten Standort und zieht sowohl lokale als auch globale Unternehmen in die Region. Neben den 600 Arbeitsplätzen bei Biogen ergeben sich durch den Bau und die anschliessende Produktion auch Aufträge für das regionale Gewerbe und Zulieferer. Mittel- und langfristig führt dies ebenfalls dazu, dass Zuliefererbetriebe in die Region ziehen. Schlussendlich entstehen somit rund 2000 neue Stellen in der Region. Daneben kann die Region von weiteren Multiplikatoreffekten profitieren, denn wenn mehr Leute in einer Region arbeiten, wird auch mehr Geld ausgegeben.

 

Daniel Probst ist der Direktor der Solothurner Handelskammer.