×

Drei Fragen an...

Miriam Ragaz-Gassler - VR-Präsidentin Hans Gassler AG
22.11.2018

Miriam Ragaz-Gassler - VR-Präsidentin Hans Gassler AG

Das Maler- und Beschichtungsunternehmen Hans Gassler AG gibt es ja schon seit langer Zeit. Wie hat sich das Geschäft seit der Gründung verändert?

Unser Unternehmen existiert bereits seit über 106 Jahren und war von Beginn weg ein Familienunternehmen. In den Anfängen der Firmentätigkeit war man stark auf lokale Aufträge im Dorf oder im Nachbarsdorf angewiesen. Die zunehmende Mobilität führte jedoch zu einer Öffnung der Märkte und wir können heutzutage glücklicherweise auch Aufträge über die Dorfgrenzen hinaus in der gesamten Region und sogar schweizweit annehmen. Dies hat dazu geführt, dass wir in den vergangenen Jahren expandieren konnten und unser Unternehmen heute rund 80 Mitarbeitende zählt.

 

Wie beeinflusst die Ansiedelung eines Grossunternehmens wie Biogen Ihre Tätigkeiten?

Aufgrund der zunehmenden Globalisierung und der Öffnung der Märkte ziehen immer mehr internationale Firmen wie Biogen in die Region. Um mit dieser Veränderung mitzuhalten, müssen sich auch die kleineren Unternehmen weiterentwickeln und ihr Angebot dementsprechend anpassen. Gerade wenn solche Grossinvestitionen getätigt werden, sind die globalen Unternehmen, die sich oftmals in der Region nicht auskennen, auf kleineren Firmen angewiesen. Dieses Zusammenspiel zwischen gross und klein ist wichtig und stärkt die regionale Wirtschaft. Denn wenn es den Kleinen gut geht, geht es auch den Grossen gut – und umgekehrt.

 

Welche Eigenschaften schätzen Sie an der Schweiz?

Die Schweiz hat ein hervorragendes duales Bildungssystem, das man nirgends sonst auf der Welt kennt. Heutzutage haben wir jedoch das Problem, dass wir nicht mehr genügend qualifizierte Auszubildende finden, die beispielsweise eine Lehre als Malerin oder Maler absolvieren möchten. Für ein erfolgreiches Unternehmen sind gut ausgebildete und qualifizierte Mitarbeitende essenziell. Grosse internationale Firmen können dank den Bilateralen problemlos Fachkräfte aus den europäischen Nachbarsländern rekrutieren, falls sie die notwendigen Arbeitskräfte nicht in der Schweiz finden. Kleine Unternehmen haben dazu oftmals nicht die nötigen Ressourcen. Weit wichtiger ist jedoch, dass wir im Ausland häufig nicht die passenden Arbeitskräfte finden können, da unsere duale Ausbildung etwas einzigartig ist. Deswegen müssen wir dies bewahren und stärken sowie jungen Menschen aufzeigen, dass man mit einer Berufslehre viele Möglichkeiten hat, sich danach weiterzuentwickeln.

 

Miriam Ragaz-Gassler ist die Verwaltungsratspräsidentin der Hans Gassler AG.